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Kursnummer: 18FB184

Info: Freiheitsentziehende Massnahmen (FEM) werden seit Jahren kritisch diskutiert. Denn meist sind alternative Massnahmen viel besser geeignet, um die zugrunde liegenden Probleme- wie eine potenzielle Sturzgefahr, Hinlauftendenzen oder herausforderndes Verhalten- zu lösen.

Pflegefachpersonen kommt bei der Vermeidung von FEM eine Schlüsselposition zu. Angehörige, gesetzliche Betreuer, Ärzte und Betreuungerichte vertrauen auf die fachliche Empfehlung der PfK und genehmigen Massnahmen oder lehnen sie entsprechend ab.

Um die Rechte der betroffenen Personen zu wahren, setzen Betreuungsgerichte daher Verfahrenspfleger ein, um die Verhältnismäßigkeit solcher FEM zu überprüfen und Alternativen zu erwägen. Dabei ist juristisches Fachwissen erforderlich, um die Rechtsprechung und die Gesetzgebung zu berücksichtigen.

Da aber auch pflegerische Grundkenntnisse bei allen Entscheidungen mit einzubeziehen sind, sieht der "Werdenfelser Weg", den mittlerweile die Betreuungsgerichte bei der Genehmigung von Unterbringungen oder Unterbringungsähnlichen Massnahmen anwenden vor, dass Verfahrenspfleger aus der Pflege selbst kommen. Um diese mit dem erforderlichen juristischen Grundkenntnissen vertraut zu machen, ist zunächst eine Ausbildung erforderlich, die in einer eintägigen Fortbildung angeboten werden soll.

Anhand von Fallbeispielen wird gemeinsam erörtert, ob es sich überhaupt um eine genehmigungsbedürftige Massnahme handelt und die Erforderlichkeit dafür vorhanden ist.

Ziel ist es, FEM soweit wie möglich zu vermeiden und Alternativen zu erwägen, ohne Angst vor Haftungsfolgen haben zu müssen. Wichtig ist dabei auch, mit den Angehörigen die Rechtsgrundlagen zu erörtern und sie davon zu überzeugen, dass FEM in der Regel kontra produktiv sind.

Dadurch werden die Betreuungsgerichte entlastet und Massenverfahren vermieden. Eine konstruktive Zusammenarbeit von Richtern, gesetzlichen Betreuern bzw. Bevollmächtigten sowie Einrichtungen führen zu Entscheidungen, die die Lebensqualität der Betroffenen einerseits garantiert, andererseits die Befürchtungen vor rechtlichen Konsequenzen abmildert und Sicherheit im Umgang mit allen Beteiligten gewährleistet.

Kerstin Fuchs, Juristin und Dozentin für Recht im Gesundheitswesen

Kosten: 75,00 € €
Kooperationspartner: 0,00 €

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